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März 2003
Der März brachte den Bienen ideale Bedingungen, nach und nach blühten immer mehr Bäume und Sträucher,
vor allem Mirabellen und Forsythien, zum Monatsende auch schon die ersten frühen Kirschen. 
Temperaturen bis über 20 Grad ermöglichten lange Trachtflüge. In einen probeweise freigegebenen
Honigraum bei einem der Völker wurde schon der erste Honig eingetragen.
Bei einer ersten Durchsicht der Völker fand sich überall schon frischer Honig.
Alle Völker hatten noch reichlich Futter, so daß ich bis auf eine eiserne Reserve Futterwaben entnehmen
konnte. Vier Völker sind gut durch den Winter gekommen, ein Volk war schon so stark, daß es Mittelwände bereits zügig ausbaut und im Deckel
schon Drohnenbau errichtet hatte. (Das sind etwas größere Wabenzellen, in denen Drohnen (Männchen) heraungezogen werden können). Ich kann also gut zufrieden sein. 
Eines meiner Völker habe ich einem Imkerkollegen abgegeben, der alle Bienen im Winter verloren hatte
(durch die spektakulären Milbenschäden (Varroa-Milbe), die in diesen Jahr ca. 1/3 aller Bienevölker ausgerottet hatten).

Zum Monatsende kehrte leider der Winter zurück.
Durch kaltes Wetter sind die Bedingungen nicht so ideal. Ich werde also aufpassen
müssen, daß noch genügend Honig oder Futterwaben in den Bienevölkern da sind. Die Bienen müssen jetzt wieder heizen und brüten schon gut. Hoffentlich ist es während
der Vollblüte der Kirsche trocken und sonnig.
April / Mai / Juni 2003
Die Monate sind Hauptarbeitszeit für den Imker. Daher war für die Pflege
dieser Seite wenig Zeit. Mit Beginn der Kirschblüte wird der erste “verwertbare” Honig eingetragen. Von den Trachten vorher bleibt nichts
übrig - es wird alles in der Volksentwicklung eingesetzt - und das ist ja auch gut so. 
Interessant war es in diesem Jahr die Blütezeiten wichtiger Trachtpflanzen zu beobachten.
Im Vorjahr lagen zwischen Kirsch- und Apfelblüte mehrere Wochen, da schlechtes Wetter die Apfelblüte verzögerte. In diesem Jahr gingen die Blütezeiten der Obstbäume nahtlos ineinander über.
Irgendwo blühte es immer. Umso überraschender war es für mich, daß Ende April ein Anruf kam: “In meinem Garten hängt ein
Bienenschwarm - hol den mal ab.” Und in der Tat - trotz “Volltracht” hatte sich ein Bienenvolk auf den Weg gemacht. Man lernt nicht aus! In der auf
die Obstblüte folgenden relativen Trachtpause bekamen es dann alle Völker mit der Schwarmlust zu tun. Ich versuchte verschiedene Methoden
der Schwarmverhinderung - mit mäßigem Erfolg. Aus der Schwarmlust völlig heraus brachte die Völker nur, wenn man aus der Altkönigin einen
Ableger machte und sie mit einigen Brutwaben aus dem Ursprungsvolk entfernte. Bei einem Volk klappte es mit dem Herausbrechen der
Schwarmzellen. Bei einem weiteren Volk übersah ich eine Schwarmzelle - und es war passiert. Ein Schwarm war ausgezog en - und verabschiedete sich ganz. Die Kleingärtner, die es bemerkten, konnten
mich leider nicht informieren. Und in dem kleinen Wäldchen kann sich schon mal ein Schwarm unbemerkt von dannen machen. Bin gespannt, ob er noch irgendwann und irgendwo wieder auftaucht (in
einem hohlen Baum in Lohberg oder in einer Wand?). Seit Mitte Mai ist der Schwarm unterwegs. Ärgerlich!!!! Für das nächste Jahr werde ich versuchen, möglichst viele Völker mit
Zuchtköniginnen umzuweiseln - in der Hoffnung, daß sich diese als schwarmträger zeigen als meine F1 und F2 - Nachzuchten der Königinnen
vom Züchter. (Das Bild zeigt eine Königin im “Versandkäfig”.)
Bei einem Ausflug nach Duisburg zeigten sich die Akazien Ende Mai in Vollblüte. Die Bäume waren weiß statt grün. Bei uns ist es durch
ungünstiges Wetter überhaupt nicht zu einer ordentlichen Akazienblüte gekommen. Kälte und Regen hielte die Blüte erst lange auf und verschreckten sie schließlich so, daß die Akazien/Robinien
nur wenige Blütenstände ausprägten. Als die gerade von den Bäumen abfielen begannen die Linden zu blühen - fragt sich nur, ob sie auch honigen. Seit einigen Tagen blühen die ersten
Lindenbäume - (ungefähr ab Pfingsten).
Den Frühtrachthonig erntete ich Mitte Mai. Etwa 60 kg waren es - ca. 25 kg habe ich noch in den Völkern gelassen - das liegt so im Rahmen des
Vorjahres. Aus der 2. Ernte scheint es aber nicht mehr so viel Honig zu geben - aber abwarten und Tee trinken - wer weiß was sich noch tut.
Zur Zeit “kümmern sich meine Bienchen rührend” um die Brombeeren, die in und um die
Kleingartenanlage in voller Pracht blühen.
Juli + August 2003
Mitte Juli war es dann Zeit zum Schleudern. Daß in dieser Zeit in den Gärten besonders viele schöne Blumen blühen - darf nicht zu der
Annahme verleiten, daß die Bienen jetzt besonders viel Nektar und Blütenstaub finden. Bienen nutzen vor allem sogenannte Massentrachten, wenn also besonders viele Blüten einer
bestimmten Pflanze zur Verfügung stehen. Nur so erklärt sich ihre Bestäubungsleistung, denn die jeweilige Biene besucht in der Regel nur Pflanzen einer Art - solange diese Blühen. Im Juli und August
sind die Gärten daher eher zu bunt für die Bienen. Trotzdem wird gesammelt, was einen guten Ertrag an Nektar oder Pollen zu bieten hat. Wer aufmerksam beobachtet wird
sehen, daß Bienen nicht alle Pflanzen befliegen. Manche bleiben Hummeln, Wildbienen und Schmetterlingen vorbehalten.
Da die Natur also den Bienen nicht mehr so viel Nektar bietet, daß daraus
Vorräte angelegt werden könnten, besteht die Gefahr von Räuberei. Die Bienen holen sich in dieser Zeit, was sie kriegen können. In diesem Jahr hatte ich zum Beispiel während der heißen Sommertage ausgeschmolzene
Altwaben in den Mülleimer getan - im Glauben, der Deckel sei so dicht, daß die Bienen nicht hineinkönnen. (Das Foto zeigt den Sonnenwachsschmelzer.
An sonnigen Tagen können Waben so mit der Energie der Sonne geschmolzen werden. Zurück bleiben die Larvenhäutchen der Bienenlarven. Das flüssige Bienenwachs wird in einer Schale aufgefangen.) Trotzdem fanden sie eine Lücke und - zur “Freude” meiner Nachbarn setzte ein reger Bienenflug ein, die die
Honigreste aus dem Wabentrester schlecken wollten. Das könnte Ihnen auch passieren, wenn Sie ein Honigglas vom Frühstück im Garten
vergessen. An Fruchtsaft, Kuchen oder so würden sich Bienen allerdings nicht vergreifen - die Zuckergehalte sind zu gering.
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Daher muß man auch bei der Honigernte sehr zügig vorgehen und
möglichst in den Abendstunden oder am frühen Morgen arbeiten, wenn die Bienen “zu Hause” sind und nicht die Umgebung nach Nektar absuchen.
Wenn sie die Möglichkeit bekommen, an herumstehenden Honigwaben zu naschen, ist bald “der Teufel los”. Einer solchen Räuberei könnten dann
auch schwache Völker zum Opfer fallen, die dann von einem räubernden Volk ausgeplündert werden. Mit einem meiner Ableger ist mir dies Ende
August auch passiert - leider als ich ein paar Tage im Urlaub war. Als ich es merkte - war es schon zu spät.
Geschleudert habe ich den Honig an einem Tag im Kindergarten von St.
Marien. Die Kinder (und der Imker) hatten viel Spaß dabei und kosteten den ersten selbst geschleuderten Honig mit Begeisterung.
Die zweite Honigernte gestaltete sich recht erfreulich, so daß insgesamt ca. 150 kg Honig zusammenkamen. Wie man damit
reichwerden kann habe ich in einem Urlaubsort gesehen: 250 g Honig aus einer deutschen Großimkerei kosteten 4,60 EURO - wohlgemerkt. Aber auch im Supermarkt sind die
Honigpreise auf dem Höhenflug. Selbst die - sonst so preiswerteren - Importhonige übertreffen die bei den hiesigen Imkern üblichen Preise. Unter drei bis vier Euro geht es nur
noch bei einigen Discountern.
Interessant sind auch die Geschmacksunterschiede zum Vorjahr. Wer
erwartet hatte, daß die erste Schleuderung 2002 mit der von 2003 vergleichbar ist - mußte sich überraschen lassen. Eine Messung mit einem
sogenannten Aräometer ergab einen Wassergehalt um 16 Prozent - ein gutes Ergebnis.
Der Honig entspricht damit den Richtlinien des Deutschen Imkerbundes (DIB). Da ich inzwischen auch
einen Honigkurs absolviert habe, darf ich meinen Honig demnächst mit dem bekannten Imkerbund-Etikett “Echter Deutscher Honig” verkaufen.
Nach der Honigernte war es Zeit zum Auffüttern der Völker. Sie bekommen Invertzuckersirup. Nach zwei kleinen Gaben von jeweils ca.
2 kg werde ich die Völker zunächst wiegen. Einige haben noch beachtliche Honigvorräte im Brutraum, so daß nicht so viel Futter notwendig sein wird.
Gleichzeitig machte ich eine erste Behandlung mit Ameisensäure gegen die Varroose. Damit mußte ich allerdings länger warten als geplant, da man die Säure
erst bei Außerntemperaturen unter 25 Grad anwenden darf. Davon konnte ja in diesem Sommer nicht einmal in der Nacht die Rede sein.
Um die Ameisensäure in die Völker zu bringen, benutzte ich erstmals einen sogenannten Liebig-Dispenser. Das ist ein Gerät, das die Ameisensäure
sehr langsam verdunstet, so daß die Bienen möglichst nicht geschädigt werden. Die Säure tropft dabei aus einer Vorratsflasche auf einen Verdunstungsdocht. Eine Nachschau zeigte nach einer
Woche, daß eine große Menge von Milben der Behandlung zum Opfer gefallen sind. Um den Behandlungserfolg und die Belastung der Völker mit Varroa-Milben einschätzen zu können werde ich diese
demnächst pro Volk auszählen.
September - Dezember 2003
Aus den ruhigsten Monaten des Bienenjahres gibt es wenig zu berichten.
Wöchentliche kurze Kontrollbesuche am Stand ergeben - alles o.k.. Zwischenzeitlich stand dann auch der Umzug nach Lohberg an, so daß
auch nicht viel Zeit war am Stand was zu tun. Zudem möchte man ja die Völker auch in der Winterruhe nicht stören. Nur für die Winterbehandlung
gegen die Varroa nutzte ich einen warmen Januar - Tag. Bin gespannt, wie der milde Winter den Völkern über die kalte Jahreszeit geholfen hat. Ein
Volk wirkte bei der Winterbehandlung schwach - warten wir es ab...
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