weihwasser

WasserMan fürchtet etwas „wie der Teufel das Weihwasser“. In diesem Sprichwort zeigt sich etwas von der Bedeutung, die unsere Vorfahren dem geweihten Wasser zumaßen.

Wasser ist Leben: Wasser labt den Durstigen, wäscht den Schmutz ab, nimmt die Schwimmenden auf. Die vielfältigen Funktionen von Wasser führten zu seiner Verwendung in den religiösen Kulten, schließlich auch im Christentum.

So entstanden auch in der Kirche zahllose Bräuche, bei denen dem Wasser besondere Bedeutung zugesprochen wurde. Solches Wasser hatte magische, heilende Kraft, es half gegen Krankheiten; gegen das Böse überhaupt.

Wir kennen das heute auch aus vielen Wallfahrtsorten, wie z.B. Lourdes oder Banneux, wo man heilkräftiges Wasser aus einer wunderbaren Quelle mitnehmen kann. Das Wasser, das wir heute in der Kirche als Weihwasser verwenden, hat einen engen Bezug zur Taufe. Es dient zur Erinnerung an diese Tatsache, wenn es z.B. in der Osternacht versprengt wird; oder noch alltäglicher, wenn wir uns beim Betreten der Kirche die Fingerspitzen befeuchten.

Die Verwendung von Weihwasser = Taufwasser beim Kreuzzeichen ist ein Bekenntnis: „Ich bin Christ, ich bin getauft, ich stehe vor dem dreifaltigen Gott und stelle mich unter seinen Segen.“

Noch zwei weitere Verwendungen haben wir in der Kirche für das Wasser. Man mischt ein wenig Wasser in den Wein der Eucharistiefeier. Das hat eine vielfache Bedeutung. Zunächst erinnert es an den Bericht des Evangeliums, daß Blut und Wasser aus der Seite Jesu flossen.

Dann war es auch schon zur Zeit Jesu üblich, Wein mit Wasser zu vermischen. Dieser Brauch wird aber auch so gedeutet, daß in Jesus Christus göttliches und menschliches Wesen in einer Person zusammenkommen.

Schließlich verweist der mit Wasser vermischte Wein auf die Erlösung, die zwar in Jesus Christus begonnen hat, auf deren Vollendung wir aber noch warten; so wie in der Freude über die Auferstehung auch die Trauer über das Leiden Jesu präsent bleibt: ein kleines Symbol der Trauer im Freudensybol des Weines.

Schließlich wäscht sich der Pastor mit dem Wasser die Hände. Man könnte ja fragen, warum macht er das nicht schon vorher, warum so aufwendig, mit Meßdiener(innen) in der Kirche? Das hängt wieder mit der Geschichte zusammen. Die Kollekte, die wir während der Gabenbereitung als Geldkollekte einsammeln, ist nur ein Überbleibsel aus der Zeit, als die Menschen die Lebensmittel mit in die Kirche brachten, mit denen der Pastor und die Armen der Gemeinde versorgt wurden. Nachdem dieser die Gaben angenommen hatte, war es wirklich notwendig, die Hände zu reinigen.

Heute ist diese Geste ein Zeichen der Vorbereitung und äußerer Ausdruck innerer Reinigung. Daher wird sie vom stillen Gebet des Pastors begleitet.