schlange

Für die meisten Menschen ist sie ein eher unheimliches Tier: die Schlange. Obwohl wenige von uns selbst schon eine echte Schlange beobachten konnten, gibt es eine leichte Angst vor ihr bei fast allen Menschen. Schließlich weiß man oft nicht, ob es sich um ein giftiges Exemplar handelt.

Volkskundler vermuten, daß sich im Symbol der Schlange eine Kollektiverinnerung der Menschheit an prähistorische Seeungeheuer fixiert hat.

Auch in der Religionsgeschichte findet man unzählige Zeugnisse der Urangst vor den Schlangen aber auch der faszinierenden Aspekte dieser Tiere. Dabei spielt die Erfahrung eine Rolle, daß Schlangen Erdlöcher bewohnen, also sowohl mit dem irdischen wie mit dem unterirdischen Bereich verbunden sind; daß sie den Vögeln ähnlich aus Eiern schlüpfen, ihre Haut im Frühling abstreifen (und so zum Symbol des sich selbst erneuernden Lebens werden) und einen starren, bannenden Blick haben, was mit einem tiefen, durchdringenden Wissen verbunden wurde.

Als geflügelte Schlange (Basilisk) oder auch als Drache taucht sie in vielen Märchen und Mythen auf. Ob Schlange, Basilisk oder Drache, die Symbolik ist die gleiche. Der Kampf der märchenhaften Ritter (denken Sie auch an den Hl. Georg) mit einem Drachen steht immer auch für den Kampf des Heiligen gegen die Sünde.

Die Symbolik der Schlange ist so ungeheuer reich und kompliziert, daß ich sie hier nicht komplett aufschreiben kann.

Daher beschränke ich mich auf die Schöpfungsgeschichte um die Schlange auf unserem Ambo (denn darum geht es heute) zu deuten. Darin verführt die Schlange (schlauer als alle Tiere des Feldes) Adam und Eva dazu, gegen Gottes Gebot zu verstoßen. Damit umschreibt die Bibel auch kurz und knapp, was Sünde ist, nämlich Handeln gegen Gottes Willen.

In diesem Sinne ist die Schlange auf unserem Ambo abgebildet. Schon im Mittelalter wird das Bild der Schlange als Symbol für die Sünden der Menschen verwendet.

So bedeutet die Darstellung auf unserem Ambo, daß Christus durch die Sakramente (die Macht des Glaubens) die Macht der Sünde besiegt. Er stellt durch sein Leben, Tod und Auferstehung das gestörte Verhältnis zwischen Gott und Mensch wieder her, und heilt die Folgen des Sündenfalls.