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Im neuen Gesangbuch der evangelischen Kirche beginnt ein Osterlied (eg 117) mit den Worten:
„Der schöne Ostertag! Ihr Menschen kommt ins Helle! Christ, der begraben lag, brach heute aus seiner Zelle...“ „Ihr Menschen kommt ins Helle“
, schöner kann man den Sinn der liturgischen Farbe weiss nicht umschreiben.
Die weisse Farbe ist die Farbe der Festlichkeit, der Klarheit und des Lichtes. Eine andere Farbe käme für die liturgischen
Gewänder des Priesters am Osterfesttag wohl auch nicht in Frage. Meßgewand und Stola leuchten hell, wie die Tücher und Binden, in die Christus gewickelt war, und die nun im
Grab zurückbleiben. Aus dem Tod entsteht neues Leben.
Die Stola ist das Amtszeichen des Priesters, wenn er keine
anderen priesterlichen Gewänder trägt. Sie hat sich aus dem Amtszeichen römischer Beamter entwickelt. (Bis heute tragen z.B. die französischen Bürgermeister eine Schärpe als
Amtszeichen, während in Deutschland eine Kette getragen wird.)
Wie viele andere liturgische Gewänder stammt die Stola also noch aus der Römerzeit. Das lateinische Wort bedeutet soviel wie Schärpe, was bei der Art der
Diakone, die Stola schräg über die linke Schulter zu tragen, auch augenfällig wird.
„Baum des Kreuzes, du wirst grün...“, so heißt es in einem Osterlied für Kinder.
Aus dem toten Holz sprießt neues Leben, ein Gedanke, der bei der
Gestaltung der weißen Stola Pate stand, die der Pastor bei der Taufe trägt.
Im Brief an die Gemeinde in Rom zeigt Paulus auf die Verbindung zwischen Kreuz und Taufe:
„Wir wurden mit Christus begraben durch die Taufe auf den Tod; und wie Christus durch die Herrlichkeit des Vaters von den Toten auferweckt wurde, so sollen auch wir als neue Menschen leben.“
Diese Verheißung wird uns in der Taufe geschenkt. Von nun an sind wir neue,
andere Menschen (oder wir können es werden). Die Auferstehung soll an uns erlebbar werden.
Das kommt auch in einem anderen Paulus - Wort (Gal 3,27) zum Ausdruck: „Denn
ihr alle, die ihr auf Christus getauft seid, habt Christus (als Gewand) angelegt.“
Die Taufe verändert den Menschen. Dabei ist die Kleidung nicht rein äußerlich zu
sehen. Sie ist ein Zeichen eines inneren Wandels: und auch wenn wir noch nicht vollkommen sind, wir sind (Pilger) auf dem Weg zu Gott, mit all unseren Fehlern und Schwächen.
Lumen christi - Deo gratias
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