altes tabernakelkreuz

In St. Marien wird noch der ein oder andere Schatz aus der Vergangenheit aufbewahrt. So lagerte in einem Schrank das alte Tabernakelkreuz, das passend zur Einrichtung unserer Kirche in den 30er Jahren aus Holz und Messing gestaltet wurde. Von Beginn an stand es oben auf dem Tabernakel des Zelebrations-altars von St. Marien. Von dort verschwand es (wie man auf historischen Fotos sehen kann) erst in den 60er Jahren mit Amtsantritt von Pastor Polders und dem anschließenden Umbau der Kirche.

Jetzt (Anfang 2003) haben wir es in ein Vortragekreuz umarbeiten lassen, so daß es aus dem „Dornröschenschlaf“ geweckt und nun wieder genutzt und angeschaut werden kann.

Die Gestaltung des Kreuzes ist sicher ungewöhnlich: der Corpus hängt an einem - in Messing eingefaßten Holzkreuz (aus tropischem Holz (evtl. Ebenholz)). Die metallene Einfassung des Holzes orientiert sich an der Architektur unserer Kirche. Sie finden dies auch bei den Apostelleuchtern. Seinen Wert erhält das neue Vortragekreuz sicherlich weder aus dem Material noch aus der künstlerischen Gestaltung, sondern daher, daß es an die wechselvolle Geschichte unserer Gemeinde erinnert. Die Kombination der beiden Materialien Holz und Metall mag zunächst erstaunen. Sie findes das aber häufig bei älteren Kreuzen (z.B. Sterbekreuz, Rosenkranz, Wandkreuz). Es gab wohl auch entsprechende Kirchenvorschriften - zumindest für die Tabernakelkreuze.

Damit sollte an das wirkliche Kreuz Jesu erinnert werden - gemäß der Anrufung des Karfreitag „Seht das Holz des Kreuzes (Ecce lignum crucis), an dem der Herr gehangen, das Heil der Welt - Kommt lasset uns anbeten.“ Die Verwendung echten Holzes sollte diese tiefe Symbolik unterstreichen. So ist es auch heute kaum vorstellbar, zur Kreuzesverehrung am Karfreitag kein hölzernes Kreuz zu verwenden. Man möchte die Realität und die Grausamkeit des Kreuzestodes nicht unter glänzenen und kostbaren Materialien verbergen. Bei allzu prunkvollen Kreuzen aus glänzendem Gold oder Silber (teilweise mit Edelsteinen) denkt mancher vielleicht zunächst an die Schönheit des Kunstwerks bzw. Schmuckstücks.

Als Pastor Polders ein komplett metallenes Altarkreuz anschaffte, konnte sich Prälat Nienhaus eben aus diesem Grund nie damit anfreunden. Wenn er die Hl. Messe feierte lag daher weiterhin ein hölzernes Kreuz auf dem Altar. Mehr zur theologischen Bedeutung des Kreuzesholzes lesen sie hier...