schellen

Wenn es klingelt - dann passiert etwas. Entweder ist es das Klingeln eines Weckers am Morgen, das die Nacht beendet und mich zum Wachwerden ruft, oder es ist gar das warnende Klingeln eines Radfahrers, der mich zur Seite scheuchen möchte. Groß ist die Zahl der Geräusche, die von Glocken oder Klingeln, eben von „klingendem Metall“ erzeugt werden.

Auch in der Kirche gibt es Schellen, die unsere Aufmerksamkeit wecken sollen. Geklingelt wird am Beginn des Gottesdienstes, wenn der Pastor mit allen, die an der Gestaltung des Gottedienstes beteiligt sind, in die Kirche einzieht. Das Läuten der Sakristeiglocke zeigt an, „nun geht es los...“.

Ein weiteres Mal wird während der Wandlung geläutet (übrigens auch mit einer Turmglocke), wenn die gewandelten, konsekrierten Gaben der Gemeinde gezeigt werden. Ähnlich ist das auch beim sakramentalen Segen, wenn die gewandelte Hostie in der Monstranz zum Segen verwandt wird. Auch hier wird geklingelt.

MessklinSchon früh bediente man sich der Zimbeln, Schellen und Handklingeln bei religiösen Gebräuchen. Fast alle antiken Völker haben Handglocken benutzt. Auch die Christen bedienten sich dieses Brauches. Schon in den Katakomben wurde eine reiche Zahl von Glöckchen und Klingeln (häufig aus Silber) gefunden, oft an einem Ring aus Bronze oder Eisen befestigt.

Aus diesen Handglocken wurden erst später die Kirchenglocken, die die Gläubigen zum Gebet rufen. Auch in der orthodoxen Ostkirche benutzt man kleine Glockenreihen oder Holz- und Metallstreifen, die rhythmisch geschlagen werden. Die religiöse Deutung der Glöckchen, Klingeln und Schellen findet sich im Psalm 150, wo es heißt: „Halleluja! Lobt Gott in seinem Heiligtum, lobt ihn in seiner mächtigen Feste! Lobt ihn für seine großen Taten, lobt ihn in seiner gewaltigen Größe! Lobt ihn mit dem Schall der Hörner, lobt ihn mit Harfe und Zither! Lobt ihn mit Pauken und Tanz, lobt ihn mit Flöten und Saitenspiel! Lobt ihn mit hellen Zimbeln, lobt ihn mit klingenden Zimbeln! Alles, was atmet, lobe den Herrn! Halleluja!“

Ein großer Lobgesang auf Gott, begleitet von Musikinstrumenten. Man könnte meinen, daß die Schellen und die Sakristeiglocke unaufmerksame Besucher zur Aufmerksamkeit führen wollen. Wichtiger aber ist wohl die Funktion als „Musikinstrument“ um einen Wohlklang zu erzeugen, das heilige Geschehen am Altar klingend zu untermalen.

Daraus erklärt sich auch, daß z.B. an Gründonnerstag und Karfreitag die Glocken schweigen und stattdessen dumpfe Klappern verwendet werden. Es ist eine Form des Fastens, des Verzichts auf einen wohlklingenden Laut.

Kardinal Joseph Ratzinger sagt: „Die kirchliche Liturgie hat den zwingenden Auftrag, die Verherrlichung Gottes, die im Kosmos verborgen ist, aufzudecken und zu Klingen zu bringen. Dazu tragen auch die Glocken und Schellen in unserer Kirche bei.”