heilige öle

Nach einer Taufe salbt der Priester die Stirn des neu getauften Kindes mit Chrisam. Chrisam ist eine Mischung aus reinstem Olivenöl zusammen mit Duftstoffen (Balsam/Salbe).

Das Chrisam ist eines der drei Heiligen Öle der Kirche. Auch bei der Firmung wird es auf die Stirn aufgetragen; nach der Bischofsweihe wird die Stirn des neuen Bischofs damit gesalbt; bei der Priesterweihe die Hände der neuen Priester. Bei Kirch- und Altarweihen wird es u.a. auf den Altar aufgetragen und auch liturgische Geräte werden damit gesalbt.

So wie Wasser, Milch und Feuer ist das Öl ein in vielen Religionen verwendetes Symbol. Es wurde gebraucht zur Weihe von Personen und Dingen, zur Heilung von Kranken, und man salbte Könige damit.

Im christlichen Gottesdienst hat man diese Symbolik des Öles schon sehr früh übernommen. Verwendet wird immer reinstes Olivenöl. Als Produkt des Ölbaums, der gerade auf kargem, steinigem Boden besonders fruchtbar ist, symbolisiert das Öl den Geist Gottes, die von ihm ausgehende Kraft.

In der Chrisammesse des Bischofs am Morgen des Gründonnerstag werden in der Kathedrale des Bistums einmal jährlich die Heiligen Öle geweiht.

In der Regel steht diese Weihe auch nur dem Bischof selbst zu, diese Feier ist so auch ein Zeichen der Verbundenheit aller Gemeinden mit dem Bistum.

Der Bischof weiht dabei drei Arten von Heiligem Öl. Das Katechumenenöl wird zu Beginn der Vorbereitungszeit auf die Taufe verwendet. Man kann es auch bei der Kindertaufe einsetzen, es wird heute allerdings fast ausschließlich bei der Taufe von Erwachsenen genutzt.

Wie das Katechumenenöl ist auch das Krankenöl reines Olivenöl. Schon immer wurde dem Öl heilende Kraft zugesprochen und viele Öle haben auch eine wissenschaftlich bewiesene heilende Wirkung. Öl lindert Schmerzen, heilt Wunden, stärkt müde Glieder und kühlt das Haupt. Diese Bedeutung des Öls verdichtet sich in der Krankensalbung, wenn Gott für den Erkrankten um Hilfe und Halt gebeten wird und deren Stirn und Hände damit gesalbt werden.

Für das Chrisam wird das Öl zusätzlich mit duftenden Salben versetzt. Der Duft ist ein Zeichen dafür, daß der Christ durch sein Leben göttlichen Wohlgeruch in die Welt hinein verströmen soll.

Ein früher Kirchenvater, Ephräm der Syrer sagt, daß das im Namen des Öles (Chrisam) der Name Christi wirkt. Das Chrisam ist für ihn wie der Schatten oder der Mantelsa um Christi in der Welt. So wie Kranke durch eine Berührung mit Christus geheilt wurden, so heilt das Öl den Menschen in einer weit umfassenderen Weise, als es nur die Heilung von Krankheiten wäre.

Das Öl und damit die Berührung durch Christus macht den Menschen heil und ganz: „Herr, sprich nur ein Wort, so wird meine Seele gesund“.

 

Im Mai 2006 wurden in St. Marien neun Kinder getauft und in unsere Gemeinde aufgenommen.

Im Ritus der Taufe begegnen uns zwei unterschiedliche Öle bzw. Salben, nämlich das sogenannte Katechumenenöl, auch Tauföl genannt und das Chrisam. Alle Hl. Öle, die in der Chrisammesse am Gründonnerstag für alle Gemeinden des Bistums vom Bischof geweiht werden, sind Sinnbild für den „Gesalbten Gottes“, was auf hebräisch Messias und auf griechisch Christus heißt. o.cat

So bedeutet die Salbung mit Öl die besondere Erwählung durch Gott und für Gott. Sie geschieht bei der Spendung der Taufe, der Firmung u. der Priesterweihe, sowie bei der Krankensalbung. Zur besonderen Ehre Gottes werden auch Kirchen, Altäre und Glocken gesalbt. Die Kirche kennt neben Katechumenenöl und Chrisam auch noch das Krankenöl zu Spendung der Krankensalbung.

Heute wollen wir unseren Blick besonders auf das Öl für die Katechumenen, die Taufbewerber richten. Es kommt im Bewußtsein der Christen leider etwas zu kurz. Auch in St. Marien haben wir nur ein ganz schlichtes Gefäß dafür. Wie das Krankenöl ist es ein reines Ölivenöl ohne Zusatzstoffe. Das ungewohnte Wort „Katechumenen“ bezeichnet seit alter Zeit die Taufbewerber der Kirche, die sich auf die Taufe vorbereiten. Die ev. Kirche nennt so die Kinder, die sich auf die Konfirmation vorbereiten.

Wenn jemand als Erwachsener in der kath. Kirche getauft werden will, dann kann er in einer liturgischen Feier vom Bischof zur Taufe zugelassen werden. Dabei legt der Bischof dem Taufbewerber die Hände auf und salbt ihn mit Katechumenenöl. Es ist verbunden mit der Kraft des Heiligen Geistes, der dem Täufling hilft, als Christ zu leben. Daher geht die Salbung (der Hände oder auch der Brust) der Taufe voraus. So wie das Öl in die Haut des Menschen eindringt, so soll auch der Gottesgeist diesen Menschen ganz durchdringen.

In einem Psalm heißt es: „Du liebst das Recht und haßt das Unrecht, darum hat Gott, dein Gott, dich gesalbt mit dem Öl der Freude wie keinen deiner Gefährten.“. Vielfältig ist seit jeher der Gebrauch des Öls. Es linderte Schmerzen, heilte Wunden, stärkte müde Glieder, kühlte die Haut, machte die Athleten geschmeidig für den Wettkampf und diente als „Öl der Freude“ zur Salbung bei Festen und Mählern. Früher wurden die Taufbewerber am ganzen Körper mit diesem Öl gesalbt. Das sollte ausdrücken, dass Gott sein schützende Hand über den Täufling hält und alles Böse von ihm fernhält, dass es abgleitet (wie der Gegner im Ringkampf, woher das Symbol auch stammt) und ihm keinen Schaden zufügt.

Heute wird der Täufling zwischen Hals und Brust (oder auch in den Handinnenflächen) damit gesalbt. Nachdem der Priester oder Diakon seine Hände über das Kind ausgestreckt hat und ein Vorbereitungsgebet dazu gesprochen hat, betet er: „Es stärke dich die Kraft Christi, des Erlösers. Zum Zeichen dafür salben wir dich mit dem Öl des Heiles in Christus, unserem Herrn, der lebt und herrscht in Ewigkeit. Amen.“