die "messe"

„Ich geh zur Messe!“ - oder wir feiern eine „Heilige Messe!“ Der Name, den wir unserem eucharistischen Gottesdienst gegeben haben kommt von dem Wort „Missa“, das sich von dem lateinischen Verb „mittere“ (= schicken) herleitet. „Missa“ bedeutet „gesendet“. Im Lateinischen heißt das Messbuch „Missale“. In der lateinischen Messe spricht der Priester zum Abschluß: „Ite, missa est“ - „„Geht, es ist Entlassung, Abschied, Sendung“ - Heute übersetzen wir mit „Gehet hin in Frieden“.

Die Messe ist demnach zum Ausgang hin gerichtet. Die Gläubigen haben die Kirche meist durch das Portal betreten, jetzt sollen sie das Gotteshaus auf demselbem Wege verlassen. Sie sind ausgesandt. Jesus sagte noch einmal zu ihnen: „Friede sei mit euch! Wie mich der Vater gesandt hat, so sende ich euch.“

 In der ursprünglichen Liturgie wurde der österliche Gottesdienst so gefeiert, daß die Christen während der Feier die aufgehende Sonne im Osten sehen konnten. Daher wird bis heute der sonntägliche Gottesdienst am Morgen gefeiert, die Vorabendmesse dagegen ist eine Art Nachtwache in Erwartung des „neuen Morgens“ in der Auferstehung Christi. Daher sind die meisten Kirchen so ausgerichtet, daß der Chor im Osten liegt. Nach der Messe wenden sich die Gläubigen wieder dem Westen zu.

Damit sind viele Bedeutungen verbunden: Das Evangelium, die Gute Botschaft, wurde vom Osten zum Westen hin verkündet. Erst nachdem der Islam immer mehr Gebiete der Ostkirche besetzte, wurde der Westen zum Zentrum der Christenheit. Die Kirche durch das Westportal verlassen, heißt auch, in den Alltag gehen. Das, was im Gottesdienst gesprochen, gebetet, gefeiert wurde, soll sich in der Welt verwirklichen. Westen bedeutet auch Abend, Nacht, Dunkelheit und hat damit etwas Bedrohliches. Der Dunkelheit und ihren Gefahren muß der Gläubige standhalten.

Über den Sinn des „Ite, missa est“ gibt der heilige Thomas von Aquin eine Auslegung. Er sagt, daß in der Messe unsere Gebete und Opfer zu Gott emporgesandt und Christus als Gabe zu uns hinabgesandt worden ist, worauf die Gläubigen antworten: „Deo gratias! - Dank sei Gott!“

Nachdem wir selbst Gottes Wort gehört und aufgenommen haben und mit dem Brot des Lebens gestärkt wurden, werden wir hinausgesandt in die Welt: Gehet hin, auf daß die Welt durch euch gewandelt werde! Seid Sauerteig! Seid Licht! Seid Salz der Erde! „Ihr seid das Licht der Welt. Man zündet auch nicht eine Lampe an und stellt sie unter den Scheffel, sondern auf den Leuchter, damit sie allen leuchte, die im Hause sind.“