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Es ist schon ein besonders schöner Anblick, wenn zu Fronleichnam oder zur Erstkommunion Kirche und Kirchplatz mit Fahnen geschmückt sind, wie auch in der vergangenen Woche zum Patronatsfest. Manchem geht da das Herz auf, zeigt sich darin doch eine besondere Festlichkeit, die sich trotz der neuzeitlichen Werbefahnen-Inflation erhalten hat.

Dabei sind Fahnen kein Selbstzweck, sondern ihr Sinn liegt darin, daß sie in einer Kirche oder im Gottesdienst - zusammen mit den Figuren, Bildern, Gewändern dem Christen helfen sollen, sich auf seinen Glauben zu besinnen. Die Feierlichkeit soll einen Vorgeschmack auf die Schönheit des Himmelreiches sein.

Dabei war dem Christentum die Fahne - als heidnisches, meist kriegerisches Zeichen - zunächst sehr suspekt. Bis ins 9. Jahrhundert dauert die fahnenlose Zeit. Seitdem tritt die „Ecclesia“, eine Frauenfigur die an mittelalterlichen Domen die Kirche symbolisiert, mit einer Fahne auf. Seit dem 10. Jahrhundert benutzt man Kirchenfahnen in der Liturgie. Sie symbolisieren die Auferstehung Christi, den Triumph über den Tod. Zunächst wurden Fahnen als Schmuckzeichen am Querbalken eines Kreuzes festgemacht. Nach und nach trat die Fahne dann ihren „Siegeszug“ in der Kirche an, Bruderschafts-, Vereins-; Heiligen- und Prozessionsfahnen entstanden.

Die Kreuzzüge spielten hier auch eine wichtige Rolle, führten die Krieger im Namen Christi doch religiöse Fahnen als Kriegszeichen mit. Schon im Mittelalter entstand ein liturgischer Ritus für eine Fahnenweihe.

Im weltlichen Bereich waren Fahnen ein Herrschafts- oder Siegeszeichen. Diese Fahnen mußten hochgehalten werden, wenn sie fielen, war eine Schlacht verloren. Daher senkte man die Fahne nur vor dem König und - bis heute - vor Gott. Bei der Wandlung z.B. senken die Fahnenträger der kirchlichen Vereine damals wie heute ihre Vereinsfahnen.

Im Altertum wurden die Standarten, die die Soldaten in den Kriegen führten, oft als geheiligte, Götter verkörpernde Symbole angesehen. Die alten ägyptischen, griechischen und römischen Heere glaubten an übernatürlichen Kräfte, die von ihren Standarten ausgingen. Ähnliche religiöse Kraft schrieben die Römer der ersten christlichen Standarte, dem „Labarim“ des Kaisers Konstantin zu . Ebenso erwarteten die christlichen Streitkräfte im Europa des Mittelalters von den Fahnen ihrer Heiligen Schutz in der Schlacht und Hilfe beim Sieg.