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„Und das Licht leuchtet in der Finsternis“ schreibt der Evangelist Johannes zu Beginn seines Evangeliums.
Immer wieder wird in der Bibel aber auch in der Dichtung Gott im Bild des Lichtes
beschrieben. Gott hüllt sich in Licht, wie in einen Mantel, so schreibt der Psalmist.
Früher - nur wenige von uns kennen das noch - gab es kaum elektrisches Licht. Wir können uns gar nicht mehr vorstellen, wie es ist nur mit dem Licht von Kerzen die
Dunkelheit eines langen Winters durchzuhalten. Heute machen wir auch die Nächte fast hell wie den Tag, denn Dunkelheit macht Angst.
Die lichtlose Nacht war von jeher als unheimlich und unwirtlich empfunden worden. Licht in der Nacht bot als Feuer Wärme und
auch Schutz vor sonst unsichtbarer Gefährdung.
Kerze und Öllampe sind mindestens seit dem 4. Jahrhundert auch
christliche Symbole. Die Lampen von damals und die aus Bienenwachs gefertigten Kerzen waren aber nie bloß nützliche Alltagsinstrumente. Sie hatten auch einen tieferen Sinn.
Heidnische Tempel aber auch der Tempel in Jerusalem waren erhellt vom Licht vieler Lampen. Bei Griechen und Römern war das Anzünden der Lichter im Tempel wie im Wohnhaus ein Vorgang
von religiöser Bedeutung.
Der Lichtträger trat ein und sprach eine Wunschformel, oder er rief „Gutes Licht“
, worauf die Anwesenden riefen: „Sei gegrüßt, Licht.“
Die Christen übernahmen nach dem Ende der antiken Religion
dieses Lichtsymbol, von dem ja auch Jesus viele Male gesprochen hatte. Lampen brannten an den christlichen Gräbern und sie erhellten die Kirchen. In der römischen
Lateranbasilika konnten einst 8.370 Lampen entzündet werden.
Die Verwandlung von (scheinbar totem) Wachs oder Öl in ein lebendiges Licht sind ein Gleichnis für die Hoffnung auf die Auferstehung. Daher brennen auf
unserem Altar - und bei festlichen Gottesdiensten in der ganzen Kirche Kerzen.
Sie wären eigentlich unnötig, Verschwendung, denn das elektrische Licht
würde völlig ausreichen.
Kerzen sind daher in erster Linie Glaubenssymbole, es geht nicht um ihre Nützlichkeit.
Besonders zur Verlesung des Evangeliums werden (seit dem 5.
Jahrhundert) Kerzen entzündet, denn Christus und sein Wort, sie sind Licht für die Welt. Das Wort des Herrn zeigt uns den Weg, den wir durch unser Leben gehen können.
Romano Guardini deutet die Kerze so: „Es ist der tiefste Sinn des Lebens
, sich in Wahrheit und Liebe für Gott zu verzehren, wie die Kerze in Licht und Glut.“
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