gotteslob

Direkt neben den Kirchentüren finden Sie seit Ende 2001 nagelneue Ständer für die Gesangbücher. Gebaut hat diese besonderen Möbelstücke unser Pfarrgemeinderatsmitglied Heinz Reimann und wir finden, daß sie ausgezeichnet gelungen sind.

Unser aktuelles Gesangbuch, das „Gotteslob“ hat jetzt sein 25-jähriges Jubiläum gefeiert. Wer eine Reise macht oder im Ausland eine deutsche Gemeinde besucht, wird dort immer sein vertrautes Gesangbuch wiederfinden. Genau dies war auch der Hintergrund der Herausgabe eines gemeinsamen Gesangbuches, gab es doch vorher nur verschiedene Diözesangesangbücher wie z.B. bei uns das „Laudate“.

Dem heiligen Ausgustinus wird das Wort „wer singt, betet doppelt“ zugeschrieben. Der Bischof von Hippo wußte, daß beim Singen die tieferen Schichten des Herzens leichter in Schwingung geraten als beim bloßen Sprechen. Martin Luther sagte „So sie's nicht singen, so gleuben sie's nicht.“ - Damit hatte er sicher recht: Gesänge und Lieder prägen sich viel besser ein, als noch so schön formulierte Predigten.

Die Wurzeln des Kirchenliedes liegen in der Lieddichtung der Psalmen. Darin kommt alles zur Sprache, was der Mensch zu sagen hat: Freude und Schmerz, Liebe und Haß, Angst, Hoffnung und Dankbarkeit. Die ersten Christen sangen die Psalmen, später entwickelte sich der gregorianische Gesang auf Latein.

Das erste deutschsprachige Kirchenlied stammt aus dem 9. Jahrhundert. Wichtig war damals, daß die Lieder kurz waren bzw. einen einprägsamen Refrain hatten, da ja noch keine Liedzettel bzw. Bücher gedruckt werden konnten. Oft wurden für geistliche Lieder die Melodien der Volkslieder oder von Minnesängern übernommen.

Nach der Erfindung des Buchdrucks kamen die ersten Liedbücher heraus, z.B. die Psalmübertragungen von Caspar Ulenberg (1582), von denen wir manche auch im Gotteslob finden. Im Umfeld der Reformation entstanden zahlreiche neue evangelische und katholische Lieder und Liedsammlungen. Diesen folgten Liederbücher, für die weiter Lieder geschrieben oder aus reformierten Kirchen übernommen wurden. Im 18. und 19. Jahrhundert kamen dann die Gesangbücher auf, die für eine ganze Diözese eingeführt wurden. Das erste „Laudate“ gab es im Jahr 1859 in Augsburg.

Dem folgte schließlich unser „Gotteslob“ mit verschiedenen Diözesananhängen, in das alte und moderne Kírchenlieder aufgenommen wurden. In den nächsten Jahren soll es ein ganz erneuertes Gesangbuch für die kath. Kirche geben.

Ein riesiger Schatz an geistlicher Musik hat sich im Laufe von Jahrhundeten in der Kirche angesammelt. Wichtig ist, daß jeder Christ in den Lobgesang der Jahrhundete mit einstimmt, daß er sich beim Loben, Klagen, Bitten und Danken vor Gott nicht von „besseren“ Sängern vertreten läßt, sondern selbst mitsingt. Die vielen schönen Lieder des Gotteslobes laden dazu ein.

Inzwischen gibt es eine erneuerte Variante des GOTTESLOB.