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In dieser Woche müßte die Frage eigentlich lauten: „Was hat der Pastor da an?“
Regelmäßig erkläre ich den Kommunionkindern in der Kirche den Ablauf der Heiligen Messe.
Dazu ziehen zwei Kinder Meßdienergewänder an. Die Jungs tun das
eher ungern, denn das wären ja „Mädchenkleider“, sagte einer.
Den Eindruck kann man beim roten oder schwarzen Talar der Meßdiener auch tatsächlich bekommen.
Um aber die besondere Kleidung im Gottesdienst zu verstehen, muß man einen Blick - weit zurück in die
Geschichte tun. Bis in das 4. Jahrhundert gab es keine liturgischen Gewänder. Die Christen trugen ihr Alltagskleid in Form eines langen Obergewandes, das die Beine bedeckte.
Der Wechsel der Mode in der Zeit der Völkerwanderung führt dazu, daß sich im zivilen Bereich die germanische
Kleidung mit Hose und „Leibrock“ durchsetzte, während die römische Alltagskleidung für die Priester erhalten bleibt.
So trägt der Pastor in der Messe die Albe, ein weißes, knöchellanges Untergewand, wie es die Römer trugen. Darüber wird das Meßgewand
getragen, die sogenannte Kasel, die auf das ursprüngliche römische Obergewand, eine Art Mantel zurückgeht. Eigentlich ist das nur ein großes
Stück Stoff - denken Sie an die Mantelteilung des heiligen Martin, der einen solchen römischen Mantel trug. So benutzen wir heute noch im Gottesdienst die Gewänder der alten Römer.
Zu Konzilszeiten gab es daher große Diskussionen, die Kleidung in der
Messe ganz abzuschaffen. Das hat sich zum Glück nicht durchgesetzt.
Unser Meßbuch erklärt, warum im Gottesdienst liturgische Kleidung getragen wird: „Sie soll auf die verschiedenen Funktionen derer, die
einen besonderen Dienst versehen, hinweisen und zugleich den festlichen Charakter der liturgischen Feier“ hervorheben.
Es geht also um Festtagskleidung und die sieht anders aus als
Alltagskleidung; denken Sie nur an eine Hochzeit. Mit der Zeit wurden die Kleider der Priester dann immer kostbarer und prächtiger gestaltet, bestickt, mit Perlen und Edelsteinen besetzt.
Heute kommt man eher wieder auf die ursprüngliche Bedeutung zurück,
die Freré Roger Schutz von Taizé nach einem Wort des Apostels Paulus so beschreibt: „Das Gottesdienstgewand soll uns daran erinnern, daß unser ganzes Wesen von Christus überkleidet wurde.“
Das bedeutet, daß wir (alle) von Christus ganz in den Dienst genommen werden, ob wir nun als Pastor, als
Lektorin, als Kommunionhelfer oder Meßdienerin, den Gottesdienst mitgestalten, wir tragen Christi „Dienstkleidung“.
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