|
Dieses Bild Albrecht Dürers aus dem Jahre 1508 hat unsere Vorstellung von betenden Händen geprägt - obwohl in Wirklichkeit kaum jemand seine Hände so
zum Gebet zusammenlegt. Das Bild gehört zu den religiösen Bildern, die uns häufig begegnen, sogar auf Totenzetteln oder Grabsteinen, als Bilder oder Plastiken.
Zum Gebet zusammengelegte oder „gefaltete“ Hände zeigen an, daß ich mich
jetzt nicht mehr ablenken lassen möchte; daß ich mich sammle; Hände und Geist ruhig halte, um nun ganz für Gott da zu sein.
Betende Hände - wozu haben wir Hände? Was können wir durch sie zur Sprache bringen? Das Wort Hand hängt mit dem antiken, gotischen Wort „hirpan“
zusammen, was soviel wie fangen oder greifen bedeutet.
Die Hand greift unter anderem nach einem Mitmenschen; als
schenkende oder helfende Hand, aber auch als abweisende Geste.
In der Religion ist die Hand oft Ausdruck der Zuwendung zu Gott; während des Gottesdienstes drücken wir das unterschiedlich mit unseren Händen aus. Wenn wir sie z.B. zum
Gebet falten oder uns zum Zeichen des Friedens die Hände reichen. Der Priester hebt während der Liturgie die Hände zu Gott empor.
Beten kennt viele Gesten. So machen wir Lob, Bitte und Dank mit der
Symbolik unserer Hände deutlich.
Nicht nur symbolisch, sondern leibhaftig streckt sich Gottes Hand in der
Person Jesu Christi den Menschen entgegen. Vom Kreuz herab und erhöht zur Rechten des Vaters breitet Jesus Christus die Arme nach den Menschen aus. Wir sind eingeladen, diese ausgestreckte Hand zu
ergreifen und unseren Lebensweg an seiner Hand zu gehen; unser Leben in seine Hand zu legen.
|