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„Der Engel des Herrn brachte Maria die Botschaft!“ „Und Sie empfing vom Heiligen Geist...“ In diesem,
wahrhaft adventlichen Gebet, das zum täglichen Gebetsschatz der Christen gehört, gedenken wir immer wieder der Menschwerdung Jesu Christi.
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Die Glocken erinnern uns jeden Tag mit ihrem Geläut an dieses Gebet, dass früher den Tagesablauf der
Menschen mehr prägte als heute. Seit dem Tag unseres Patronatsfestes, am 8.12. wird diese Szene in unserer
Krippe gezeigt. Maria kniet betend in ihrem Haus zu Nazareth, der Engel ist unvermittelt ins Haus und in ihr
Leben getreten. Das Haus haben wir in der Art eines biblischen Wohnhauses gestaltet. Es gibt eine untere
und eine obere Ebene. Die untere Ebene ist auch für die Tiere (Ziegen, Schafe, Hunde...) zugänglich, die obere
Ebene ist der Rückzugsbereich der Menschen. Dort spielt sich das ganze Leben ab, dort wird gekocht,
gegessen, geruht, gesprochen und auch geschlafen. Zum Schlafen räumte man den Bereich dort frei und legte Schlafmatten auf dem Fußboden aus.
In dieses alltägliche Leben tritt nun der Engel ein. Sein Besuch sorgt dafür, das Marias Leben aus den
alltäglichen Bahnen geworfen wird, nicht nur für diesen Tag, nein für immer. Auf Marias ungläubige Frage
antwortet der Engel: „Der Heilige Geist wird über dich kommen, und die Kraft des Höchsten wird dich überschatten. Deshalb wird auch das Kind heilig und Sohn Gottes genannt werden.“
Es ist in diesem Text nicht vom Wunder der Jungfrauengeburt die Rede. Wer die Worte in Ruhe meditiert, wird
spüren, dass die starken Bilder auf etwas noch Größeres hinweisen, das sich hier andeutet: Die wunderbare
Schwangerschaft Mariens ist nur der Anfang. Wir dürfen noch mehr erwarten. Es kommt ein Adventslied in den Sinn „Gott selber wird kommen, er zögert nicht...“.
Erinnerungen werden wach an die biblische Sicht der himmlischen Wolke. Sie ist im Alten Testament ein
Zeichen der unsichtbaren und doch wirklichen, machtvollen Gegenwart Gottes. Wolken umgeben den Gottesberg, in der Wolke erscheint die Herrlichkeit des Herrn. Wir denken an die Wolke, die den aus der
Knechtschaft Ägyptens befreiten Israeliten den Weg durch die Wüste zeigt. Die Wolke begegnet uns auch bei
der Beschreibung der Taufe Jesu: „Das ist mein geliebter Sohn...“. Auch bei der Verklärung Jesu auf dem Berge
wird die Szenerie von einer Wolke „überschattet“. Gott kommt in die Welt, der Heilige Geist kommt nicht nur
über Maria, er kommt über sein ganzes Volk, über alle gläubigen Menschen. Seine Kraft verändert das Leben.
„Wie soll das geschehen?“ Auf diese Frage bekommt Maria erst im Laufe ihres Lebens eine Antwort. Christsein,
das ist ein dauerndes Werden, unter den Blicken unseres Gottes, dessen Hl. Geist auch uns erfüllt und dessen Kraft auch uns überschattet.
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