glocken

Heute beschäftigen wir uns mit einem zwar unsichtbaren, aber unüberhörbaren Teil unserer Kirche. Bestimmt ist das der Teil, den die meisten Einwohner von Lohberg kennen; unsere Glocken. Da die Glocken 7 - 8 Meter unterhalb der Schallöcher des Kirchturmes angebracht sind, ergibt sich beim zusammenläuten eine schöne Klangmischung, weil sich die Töne im Turm mischen, um dann harmonisch durch die Schallöcher nach außen zu dringen.

Glocken„Hl. Josef, du Schutzpatron und Vorbild der Arbeiter, bitte für uns!“ Diese Inschrift stand auf einer der vier Glocken (1.190 kg, Ton “e”), die am 12. November 1932 von Pastor Nienhaus geweiht wurden. In einem Zeitungsartikel hieß es 1932 dazu, daß diese Glocke, in einer Zeit größter Arbeitslosigkeit geweiht ist und der Hoffnung Ausdruck verleiht, daß auf die Fürbitte des Heiligen die Arbeitslosigkeit von allen Menschen wieder abgewendet werde. Erstaunlich, wie aktuell diese Botschaft gerade heute wieder geworden ist.

Auch mit den anderen Glocken waren Bitten verbunden. So war die größte Glocke (2.420 kg, Ton “c”) der Gottesmutter geweiht, mit der Bitte um Schutz. Die anderen beiden Glocken waren dem Hl. Albertus (690 kg, Ton “g”) und dem Hl. Petrus Canisius (490 kg, Ton “a”), dem Schutzpatron der Jugend geweiht. Geliefert hatte die Glocken die Firma Gebr. Ulrich in Apolda in Thüringen. Abgestimmt waren sie auf die ersten Töne des “Salve Regina” - c,e,g,a. Am 15. November 1932 erklang das Geläut zum ersten Mal. “Zur plötzlichen Überraschung der Lohberger Bewohner, die freudestrahlend aus ihren Wohnungen auf die Straßen eilten, um dem wohlgelungenen harmonischen Geläute zu lauschen.”, wie die Pfarrchronik zu berichten weiß.

Nur diese letzte und kleinste Glocke hängt noch heute im Kirchturm. Die anderen Glocken mußten auf Veranlassung der Nazi-Regierung zu Kriegszwecken 1942 abtransportiert werden. Damit verlor unsere Gemeinde die wertvollen Glocken aus Bronze. Nach dem Krieg erhielt St. Marien drei neue Glocken (aus einer Eisenlegierung), die den selben Heiligen geweiht sind. Hergestellt wurden sie vom “Bochumer Verein der Vereinigten Stahlwerke, Abt. Glockengießerei”. Die erste neue Glocke, dem 2. Pfarrpatron, dem Hl. Albertus Magnus geweiht traf am 5. Juni 1952 in St. Marien ein. Sie kostete DM 3.200,-, wiegt 690 kg und ist auf den Ton “fis” gestimmt. Am Hl. Abend des folgenden Jahres traf die nächste Glocke, abgestimmt auf den Ton “e” zum Preis von DM 4,300,- ein. Sie wiegt 940,- kg. Schließlich vollendete man das Geläut am 29. September 1954 mit der Marienglocke, abgestimmt auf den Ton “cis” und 1.580 kg zum Preis von DM 6.500,-. Glocken2Die heutigen Glocken sind abgestimmt auf die ersten Töne des „Te Deums“, das man an festlichen Tagen - wenn alle Glocken läuten - schon von weitem hören kann.

Seit der Antike finden bei allen Völkern Glocken - u.a. bei religiösen Zeremonien - Verwendung. Auch das Christentum kannte schon in den Katakomben Roms kleine Glöckchen. Erst ab dem 14. Jahrhundert erhalten die Glocken ihre mächtige Größe.

Interessant sind Glocken schon immer aufgrund ihres Klanges gewesen, der schon von weitem zu hören ist. So wird zum Beispiel davon erzählt, daß in der Zeit, als es noch keine Kirche in Lohberg gab, einige Einwohner auf ein nahe gelegenes Feld gingen, um die Glocken der Kirche in Oberlohberg zu hören. Das wohl Besondere an Glocken ist, daß sie jeden Glocken1Menschen hören lassen, daß sich hier in der Kirche Christen zum Gebet versammeln.

Wie schon berichtet, sind mit den Glocken von St. Marien auch Bitten verbunden, die als Inschrift die Glocken schmücken. So steht auf unserer kleinsten und ältesten Glocke die Bitte: „Heiliger Petrus Canisius, du Apostel Deutschlands und Schutzpatron der Jugend, bitte für uns!“

Mit dieser Bitte wird die Sorge um die Zukunft der jungen Leute zum Ausdruck gebracht. Eine Sorge, die bei Einsparungen und Umschichtungen von Geldern in der Jugendarbeit und bei fehlenden Zukunftsperspektiven von Jugendlichen nicht an Aktualität verloren hat. Mit dem Klang der Glocke steigt auch diese Bitte zum Himmel auf.