architekt hermann merl, wesel

Glaubten wir bisher, daß der Architekt unserer Kirche, Hermann Merl aus Wesel, nur eine einzige Kirche gebaut hatte, so stellte sich dies nach neuen Informationen als Irrtum heraus. Schon im Jahre 1907 baute er für die Spellener Gemeinde an die gotische Kirche St. Peter zwei Seitenkapellen und die Sakristei an. Schon damals ist sein eigenwilliger Baustil zu erkennen, auch wenn er sich hier noch am ursprünglich gotischen Baustil orientiert.

1918 errichtete er die Notkirche von St. Marien.

Besonders bemerkenswert ist es sicherlich, daß er im Jahre 1927 - also direkt vor unserem Kirchenbau - für die Erweiterung der Eppinghovener St. Johannes - Kirche verantwortlich war. Der Kontakt zum Architekten Merl bestand von St. Marien aus ja schon ganz zu Anfang unserer Gemeindegeschichte.

In seiner Architektur orientiert er sich augenscheinlich immer an geometrischen Formen. In St. Johannes sind es - an die Gotik erinnernde - nach oben hin spitz zulaufende Bögen. Der Kirchenraum hat einen achteckigen Grundriß. Er wirkt wie eine große, fast runde Halle, an die der Chorraum angefügt ist. Ringsum befindet sich - wie in St. Marien ein Umgang für Prozessionen. Durch die ineinander verschachtelten Spitzbögen entstehen zahlreiche Nischen, in denen heute Heiligenfiguren aufgestellt sind.

Für unsere Kirche hat er 1929 einen Entwurf gezeichnet, bei dem er Dreiecke als Gestaltungselement verwendet. Vielleicht wollte er damit an die Form der damaligen Notkirche erinnern. Dieser Entwurf hat die Verantwortlichen damals augenscheinlich nicht überzeugt.

Am Ende sind es bei unserer Kirche Rechtecke geworden. Sehen Sie sich einmal um.

Abgesehen vom (neuerdings (1965)) abgerundeten Chorraum finden Sie überall die kantigen Rechteckformen.

Wenn Hermann Merl offensichtlich auch Architekt weiterer Kirchengebäude war, so bleibt St. Marien wohl doch die einzige Kirche, die er komplett errichtet hat.