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Am vergangenen Sonntag, wurden zwei Menschen selig gesprochen,
die eine Verbindung zu uns hier in Lohberg haben. Es sind Nikolaus Groß und Sr. Maria Euthymia. Nach den Berichten in der Zeitung und im Fernsehen muß es eine ergreifende Feier auf dem Petersplatz in Rom
gewesen sein.
Nikolaus Groß schrieb als Journalist für die Zeitung der kath. Knappen-
und Arbeitervereine. Auch in Lohberg gab es einen solchen kath. Knappen und Arbeiterverein und die Mitglieder der späteren KAB unserer Gemeinde werden regelmäßig die Artikel von Nikolaus Groß
gelesen haben.
Bis heute fühlen sich zahlreiche Bergleute im Ruhrgebiet mit diesem
standhaften Christen verbunden.
Sein jüngster Sohn Bernhard Groß ist heute Diakon in St. Vincentius.
Nikolaus Groß, am 30. September 1898 in Niederwenigern geboren,
wird zunächst, was dort viele werden: Bergmann. Bald ist er Gewerkschaftssekretär. Seine Einsatzbereitschaft, sein Gerechtigkeitssinn und Einfühlungsvermögen in die Nöte und
Belastungen der Arbeiter verschaffen ihm Respekt und Anerkennung. Seine Gewerkschaftstätigkeit führte ihn über Waldenburg und Zwickau wieder nach Bottrop.
In der Zwischenzeit hatte er Elisabeth Koch geheiratet, die ihm im
Verlauf einer glücklichen Ehe sieben Kinder schenkte.
Zu Beginn des Jahres 1927 wurde Groß Redakteur bei der Westdeutschen Arbeiterzeitung und schon bald
Chefredakteur. In dieser Funktion vermittelte er Orientierung in vielen Fragen der Gesellschaft und der
Arbeitswelt. Im November 1938 wurde die inzwischen in “Kettelerwacht” umbenannte Arbeiterzeitung endgültig verboten.
Dass Nikolaus Groß sich dem Widerstand in Deutschland anschloss, erwuchs aus seiner katholischen
Glaubensüberzeugung. Für ihn galt, “dass man Gott mehr gehorchen muss als den Menschen”. Ab 1940 musste
er Verhöre und Hausdurchsuchungen über sich ergehen lassen. Nach dem fehlgeschlagenen Attentat gegen
Hitler am 20. Juli 1944 überschlugen sich die Ereignisse. Groß, wurde in seiner Wohnung verhaftet. Seine Frau
Elisabeth kam zweimal nach Berlin, um ihn zu besuchen. Sie berichtete über deutliche Folterspuren an seinen Händen und Armen.
Am 15. Januar 1945 erging das Todesurteil durch den Volksgerichtshofvorsitzenden Roland Freisler. Die Nazis
mochten keine Märtyrer. Ein Grab gönnten sie den Erhängten nicht. Sein Todestag, der 23. Januar 1945 ist in Zukunft auch sein Gedenktag.
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