karfreitag

Einer der ungewöhnlichsten und eindringlichsten Gottesdienste des Kirchenjahres ist die Feier vom Leiden und Sterben Christi an Karfreitag um 15.00 h. Zur Todesstunde des Herrn, versammelt sich die Gemeinde, um des Leidens und des Todes Jesu zu gedenken. Nach ältester Überlieferung wird am Karfreitag keine Messe gefeiert.

Wortgottesdienst

Der Priester wirft sich am Beginn des Gottesdienstes vor dem Altar nieder und verbleibt einige Zeit im stillen Gebet. Die ganze Gemeinde kniet nieder und schließt sich dem Stillgebet an. Der Tod des Herrn läßt unsere menschlichen Worte erst einmal verstummen. Dann stehen alle auf; ohne Gruß, ohne Schuldbekenntnis, ohne Kyrierufe beginnt die Feier mit dem Tagesgebet. Die erste Lesung ist dem Jesajabuch entnommen. Der Prophet beschreibt den Knecht Gottes, der unschuldig leidet, aber dessen Leiden für alle zum Heil wird: "Durch seine Wunden sind wir geheilt."

Die zweite Lesung aus dem Hebräerbrief beschreibt Jesus, der "Gehorsam gelernt" hat und daher zum Urheber des ewigen Heils geworden ist. Die Leidensgeschichte nach Johannes unterscheidet sich ganz deutlich von der der anderen drei Evangelisten: Johannes hat vor seinem geistigen Auge schon den auferstandenen und erhöhten Herrn.

Jesus stirbt mit den Worten: "Es ist vollbracht." Sein Tod am Kreuz ist die Vollendung seines Lebenswerkes und der Beginn seiner Verherrlichung. An einigen Stellen wird die Lesung der Leidensgeschichte unterbrochen, alle antworten auf das Gehörte mit Strophen aus Passionsliedern. Nach der Stelle, an der vom Sterben Jesu berichtet wird, knien alle nieder und bleiben einige Zeit in stillem Gebet. Die Fürbitten sind am Karfreitag besonders ausführlich: Jede Bitte wird eingeleitet mit einer Gebetsaufforderung. Dann folgt das eigentliche Bittgebet.

Kreuzverehrung

Der Priester trägt nun ein verhülltes Kreuz zum Altar und enthüllt es in drei Stufen; wie etwas Neues soll es uns erscheinen. Nach jeder Stufe ertönt der Ruf: "Seht das Kreuz, an dem der Herr gehangen, das Heil der Welt." Alle antworten darauf: "Kommt, lasset uns anbeten". Danach kommen alle Anwesenden nach vorne und verehren das Kreuz durch eine Kniebeuge.

Kommunionfeier

Die Schalen mit den Hostien, die vom Gründonnerstag für heute aufbewahrt wurden werden geholt und auf dem Altar niedergestellt. Das Gebet des Herrn und der Ruf "Herr, ich bin nicht würdig" bilden die Vorbereitung auf die Kommunion, die anschließend in Stille ausgeteilt wird. Christus, der am Kreuz sein Leben hingab, schenkt sich uns selbst.

Das Danklied, das Schlußgebet und ein Segensgebet schließen die Feier ab. Sie endet, wie sie begonnen hat, in Stille und findet ihre Fortsetzung in der Feier der Osternacht.