johannes der täufer - 24. juni

Kennen Sie eigentlich die Verwandten Jesu? Daß Maria und Elisabeth miteinander verwandt waren, ist vielen Christen sehr bewußt. Daß damit auch ein Verwandschaftsverhält nis zwischen Jesus und Johannes besteht, bleibt weniger im Gedächtnis haften.

In einem Museum rührte mich vor einigen Jahren ein Bild an, das Maria mit zwei Kindern auf dem Arm zeigte. Zunächst etwas ratlos, gab das winzige Lämmchen, das eines der Kinder in der Hand hielt, den entscheidenden Hinweis. Es mußte sich um Johannes handeln, der Jesus später mit der Bemerkung „Seht, das Lamm Gottes“ begrüßte. In der Tat ist es gut vorstellbar, daß Maria und Elisabeth mitsamt ihren Kindern immer wieder zusammengekommen sind. Bei Johannes Geburt war Maria dabei. Er soll genau ein halbes Jahr vor Jesus zur Welt gekommen sein, sein Geburtstag zeigt an, daß es nun noch sechs Monate bis zum Weihnachtsfest sind.

Das etwas exotische Bild des Wüstenpredigers Johannes, in Kamelhaar gekleidet, der sich von Heuschrecken und wildem Honig ernährt, verstellt den Blick darauf, daß beide Kinder wahrscheinlich gemeinsam aufwuchsen. Johannes wird zu einem bedeutenden Propheten, der bis heute von Christen und Muslimen verehrt wird. Es ist nicht unwahrscheinlich, daß er heute auch als jüdischer Prophet gelten würde, wenn die Verbindung zu Jesus nicht gewesen wäre, die ihn zu stark in die Nähe der neu entstehenden Jesus - Bewegung bringt.

Seine hohe Bedeutung ist der Grund, daß wir nicht - wie bei Heiligen üblich - seinen Todestag (als Tag der Aufnahme in den Himmel), sondern sein Geburtsfest feiern. Das gibt es im Kirchenjahr nur noch bei Maria und mit dem Weihnachtsfest bei Jesus selbst. In der Orthodoxen Kirche gilt er in der Rangfolge der Heiligen nach Maria als wichtigster Heiliger (eine Position, aus der er nur manchmal vom Hl. Nikolaus verdrängt wird).

Seine Stellung als letzter der biblischen Propheten, der Prophet der auf Christus als Messias hinweist, führte wohl dazu, daß sein Festtag das alte keltische Sommersonnenwendfest verdrängte, das von nun an Johannistag genannt wurde. Auch hier gibt es eine Parallele zum Weihnachtsfest, das am Tag der Wintersonnenwende gefeiert wird. Bis heute wird der Brauch des Johannisfeuers, das aus dem alten Sonnenwendfest stammte, in manchen Regionen gepflegt. Mit dem Johannistag sind zahlreiche alte Bräuche und auch viele Bauernregeln verbunden.

Hierzu lohnt sich auch ein Blick auf das Johannes-Fenster in der Taufkapelle.