|
Die Heiligsprechung von Arnold Janssen am 5. Oktober 2003 haben Sie sicherlich in den Medien verfolgt. Sein Gedenktag ist der 15. Januar.
Arnold Janssen wurde am 5. November 1837 in Goch am Niederrhein geboren. Als 24-Jähriger wurde er zum Priester
geweiht und arbeitete zunächst als Lehrer in Bocholt, dann als Kaplan bei den Ursulinen in Kempen.
In der schwierige Lage der katholischen Kirche im Kulturkampf
unter Bismarck hatte er die Idee, einen deutschen Missionsorden zu gründen und damit Priestern ohne Gemeinde eine neue Aufgabe zu geben. Trotz vieler Widerstände auch in der Kirche
richtete Arnold Janssen 1875 ein Missionshaus im holländischen Steyl ein und gewann Menschen für seine Idee.
Er gründete drei Orden: die Steyler Missionare, die Steyler Missionsschwestern und die kontemplativ lebenden
Anbetungsschwestern. Als er 1909 starb, lernten und arbeiteten fast 2500 Missionare und Schwestern in 13 Ländern der Erde. Papst Paul Vl. sprach ihn 1975 selig.
Mit ihm verbinden uns in St. Marien die Steyler Schwestern, die
hier vom 16. März 1921 an tätig waren. Sr. Aquinalda war damals in der Krankenpflege, Sr. Gordiana im Kindergarten, Sr. Amabilis in Garten und Küche, Sr. Anselma bei
Handarbeitskursen und Sr. Itha im Paramentenverein und als Oberin beschäftigt. In diesen Arbeitsbereichen
waren die Schwestern bis Oktober 1963 tätig. Sie bezogen eine Wohnung in der Haldenstr. und richteten in
einer massiven Holzbaracke das Marienheim als Kindergarten und Nähschule ein. Auch die Pfarrsekretärin kam
zeitweise aus dem Kreis der Schwestern. Die Missionsschwestern, betrachtete Lohberg in der Tat als
„Missionsgebiet“. Schließlich galt die Gemeinde als „schwierig“ und wenig fromm. So fand sich auch unter den
Schwesterngemeinschaften des Bistums Münster keine, die Schwestern nach Lohberg senden wollte. Bischof Poggenburg wehrte sich zunächst gegen die Niederlassung der Steyler Schwestern (die ja nicht aus dem
Bistum kamen) und gab die Erlaubnis erst auf das Argument von Pastor Nienhaus, daß Janssen schließlich Priester des Bistums Münster gewesen sei.
Interessant ist ein Ausschnitt aus einem Interview mit dem Steyler Pater Peter McHugh SVD über den neuen
Heiligen: Er sagt: „Die Botschaft (der Heiligsprechung) gilt der ganzen Kirche. ... Jede Lokalkirche darf nicht nur
ihre Nöte und Bedürfnisse sehen, sie muss eine weite Vision haben. Der Herr ruft jeden Christen. ...
Arnold Janssen war kein großer Theologe. Aber er kam zu einem tiefen Verständnis des Geheimnisses Gottes,
indem er es einfach lebte, im Gebet und in der Arbeit. Er konnte zuhören und übernahm gute Ideen von anderen. ... Arnolds Persönlichkeit war eines der Probleme im Heiligsprechungsprozess: Manche Zeugen
beschrieben ihn als kalt und unzugänglich... . Er war wirklich ein kühler Mensch, aber er hat sich sehr bemüht,
zu lernen und sich zu ändern. Heiligkeit nimmt ja nicht unsere menschliche Schwäche fort, aber der Mensch
muss damit umgehen. Ich finde ihn sehr ermutigend. Wenn er so eine außergewöhnliche Gestalt wäre, dann
könnte ich ihn bewundern, aber ich wüsste auch: Das kann ich nie. Aber so denke ich: Das, was er konnte, schaffe ich auch. Er ermutigt mich, meine Talente zu nutzen. Das ist Heiligkeit im normalen Leben.
|