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Am 3. November des Jahres 1584 starb in Mailand Carlo Borromeo. In Deutschland kennen wir den damaligen Erzbischof
und Kardinal von Mailand als Karl Borromäus.
Als „Patron“ der Kirchlichen Büchereien ist er vielen älteren Menschen noch geläufig, da sie früher
Borromäusverein hießen.
Geboren wurde Carlo nahe des Lago Maggiore als Sohn einer einflussreichen adligen Familie geboren. Er wurde schon von
der Familie zum Kleriker bestimmt. Schon mit zwölf (!) Jahren setzte man ihn als Abt der Benediktinerabtei von Arona ein; auf dieses Amt hatte die Familie einen Anspruch, es war mit erheblichem
Einkommen verbunden. Mit 14 Jahren begann Carlo ein Jura-Studium in Pavia, das er mit höchsten Auszei chnungen 1559 abschloss. Als sein Onkel 1559 in Rom Papst Pius IV. wurde, holte dieser den 21jährigen
nach Rom, wo er sein Geheimsekretär und später Kardinal-Diakon wurde. Gerühmt wurde sein vorbildlicher Lebenswandel und seine Pflichterfüllung. Die Schlußphase des
bedeutenden Konzils von Trient zwischen 1561 und 1563, mit dem die Kirche auf die Ereignisse der Reformation reagierte, wurde ganz besonders von Karl Borromäus geprägt. Er selbst
kümmerte sich auch um die Umsetzung der Konzilsbeschlüsse.
Unter dem Eindruck des Todes seines geliebten Bruders Federico entschloss sich Carlo, Priester zu werden, 1563 wurde
er geweiht. Wenig später erhielt er die Weihe zum Bischof und wurde zum Kardinal und Erzbischof von Mailand ernannt; er konnte das Amt aber erst 1565 antreten.
Der Kardinal galt als bescheidener, asketisch lebender
Wohltäter mit einer großen Liebe zur Kunst, er entwickelte sich zu einem großen Reformer der katholischen Kirche und nutzte alle familiären Bindungen und Beziehungen, um sich
durchzusetzen. Er reiste viel durch sein Bistum, seine vorbildliche Lebensführung beeindruckte die Menschen. Besonders setzte er sich für innerkirchliche Disziplin und die
religiöse Unterweisung von Kindern ein.
Zur Schulung der Priester und Laien gründete Carlo Borromeo mehrere Seminare und andere Einrichtungen. Bis heute sind
viele Bildungseinrichtungen nach ihm benannt. Von Priestern und Ordensleuten verlangte er ein einfaches und überzeugendes Leben, was sogar dazu führte, dass ein Mönch
auf ihn schoss, allerdings erfolglos. Die vom Bischof eingeleiteten Versorgungsmaßnahmen während der
großen Pest von Mailand in den Jahren 1576 bis 1578 retteten zahlreichen Menschen das Leben, erschütterten aber seine Gesundheit.
Im Alter von nur 46 Jahren erlag Carlo einem Fieberanfall. „Herr, ich komme“, waren seine letzten Worte. Als
großer Kirchenreformer ist er in der Kirche bis heute unvergessen.
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