st. blasius und sein segen

„Auf die Fürsprache des heiligen Bischofs und Märtyrers Blasius bewahre dich Gott, der Herr, vor jeder Halskrankheit und allem anderen Übel. Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes“.

Mit diesen Worten erteilt der Pastor über zwei gekreuzte (oder verdrehte), brennende Kerzen am Gedenktag des Hl. Blasius und am Lichtmeßtag den Blasiussegen. Der Blasiussegen hat heute für viele Menschen an Bedeutung verloren, weil kaum jemand glauben mag, daß er quasi automatisch vor Erstickung bewahren kann. So ist das sicher auch nicht gemeint, obwohl es Zeiten gab, wo der Blasiussegen von manchen Gläubigen fast als „achtes Sakrament“ betrachtet wurde.

Nach wie vor drückt dieser eindrucksvolle Segensritus aber aus: „Gott ist bei Dir in jeder Lebenslage, Gott sagt zu dir Ja, wie gut oder schlecht es dir auch immer geht. Und, wenn er es will, wird er dich aus jeder Not befreien - auf seine Weise.“

Der Name des Segens ist uns wohl vertrauter als das Leben des Hl. Blasius selbst. Dieser war von Beruf Arzt und wurde Bischof von Sebaste, damals Hauptstadt der römischen Provinz Armenia (der Ort liegt heute im Zentrum der Türkei). Nach der Legende soll Blasius sich wegen einer Christenverfolgung in einer Höhle versteckt haben, wo er von wilden Löwen, Tigern und Bären bewacht wurde. Vögel trugen ihm Nahrung zu, er segnete wilde Tiere und heilte ihre Verletzungen. Die Jäger fanden kein Wild mehr, da sich alle Tiere zu Blasius geflüchtet hatten. Aus dieser Einsiedelei heraus habe er sein Bistum geleitet. Eine arme Frau ernährte ihn, weil er ihr geholfen hatte. Sie erhielt den Auftrag, jährlich in seinem Namen eine Kerze zu seinem Gedächtnis zu opfern. Trotz der legendären, tierischen Leibwache wurde Blasius verhaftet und, da er sich weigerte die Götterbilder anzubeten, ins Gefängnis geworfen.

Dort soll er einen Jungen, der eine Fischgräte verschluckt hatte, durch seinen Segen vor dem Erstickungstod gerettet haben. Durch seine Standhaftigkeit erbittert, ließ der Statthalter ihn so furchtbar foltern, daß man es hier nicht aufschreiben mag. Vor der Hinrichtung durch Enthauptung im Jahre 287 betete Blasius darum, dass alle, die ein Übel an der Kehle oder sonst ein Siechtum haben, Erhörung fänden, wenn sie in seinem Namen um Gesundung bäten.

Verehrt wird Blasius seit dem 6. Jahrhundert. Auf das Wunder der Heilung des Jungen mit der Fischgräte geht seit dem 16. Jahrhundert der Brauch des Blasiussegens zurück.

Der Blasiustag bezeichnete den Bauern das Winterende und wurde begangen, indem Kerzen geweiht, Wein, Wasser und Brot in seinem Namen gesegnet wurden. Junge Hühner und Gänse erhielten „Blasiwasser“ und waren damit gegen Füchse geschützt, Hirten schnitzten den Namen des Heiligen in den Hirtenstab.

Blasius ist wie die Hl. Barbara und der Hl. Nikolaus einer der Heiligen aus der Reihe der 14 Nothelfer.


blasius b„Bewahre uns vor Krankheit und Schaden in diesem zeitlichen Leben und hilf uns in aller Not, damit wir das ewige Heil erlangen“, so betet der Priester in der Messe am Blasiustag. Das Tagesgebet erklärt den Sinn des Tages: Ein Heiliger ist kein Magier und als Lebensziel des Menschen ist das Heil wichtiger als die Heilung.

Wir gedenken in dieser Woche des heiligen Blasius, ein Heiliger, der im Gedächtnis der Katholiken untrennbar mit dem „Halssegen” verbunden ist. Von ihm wird folgendes berichtet: Eine Mutter eilte mit ihrem Sohn in den Armen zum Kerker. Sie bat den dort einsitzenden Arzt und Bischof Blasius um Heilung des Jungen, denn er hatte eine Fischgräte verschluckt und drohte zu ersticken. Blasius heilte den Jungen. So will es die Legende.

Nur wenig ist von dem Bischof des armenischen Sebaste bekannt; nach grausamer Folter soll er um 316 enthauptet worden sein. Seine Verehrung ist ungebrochen. Nach der Messe am Lichtmesstag und am darauf folgenden Festtag des Heiligen (3. Februar) empfangen die Gläubigen den nach dem Heiligen benannten Segen. Schon im 6. Jahrhundert lässt sich seine Verehrung im Osten, vom 9. Jahrhundert auch im blasius a1Westen als Fürsprecher der Ärzte und Wollweber nachweisen. Ab dem 14. Jahrhundert rechnet man den Heiligen den vierzehn Nothelfern zu und wandte sich an ihn bei Halsleiden und Gefahr durch wilde Tiere und Sturm.

„Auf die Fürsprache des heiligen Bischofs und Märtyrers Blasius bewahre Dich der Herr vor Halskrankheiten und allem Bösen. Es segne Dich Gott, der Vater und der Sohn und der Heilige Geist.“ So heißt die bekannteste Segensformel, die der Priester spricht, während er mit gesegneten, gekreuzten Kerzen vor dem Gläubigen steht. Andere Formeln lauten: „Der allmächtige Gott schenke Dir Gesundheit und Heil. Er segne Dich auf die Fürsprache des heiligen Blasius durch Christus, unseren Herrn.“ Und: „Der Herr behüte dein Leben. Auf die Fürsprache des heiligen Blasius segne Dich der allmächtige Gott.“ Der Gesegnete antwortet darauf jeweils mit "Amen".

Seit weit mehr als 300 Jahren wird der Segen in der katholischen Kirche in dieser Weise gespendet, denn die Segnungen am Blasiustag (es wurden auch noch Wasser, Brot, Wein und Früchte gesegnet) sind im 16. Jahrhundert entstanden. Das andere Brauchtum zum Tagesheiligen ist allerdings untergegangen, bis auf den Blasiussegen, den manche scherzhaft auch das „achte Sakrament“ nennen.

Kritiker fragen, ob dahinter nicht eine Art magischer Religiosität steckt und Wunderheilung versprochen wird. In der Tat ist der Hl. Bischof Blasius kein Zauberer, der Halsleiden verschwinden lässt und Ärzte überflüssig macht. Der Blasiussegen macht vielmehr deutlich, dass die Erlösung, die uns Gott verspricht, Leib und Seele meint. Der Segen kann sicher eine Hilfe sein, sein Leben als Geschenk Gottes anzunehmen, „auch dann noch, wenn gesundheitliche Probleme und Altersbeschwerden plagen“. Nicht zuletzt stellt er uns die Frage, wie wir selbst mit uns und unserer Gesundheit umgehen.