marienbaum

MaribaumAuch das Marienbild im mittleren Kirchenfenster auf der linken Seite der Kirche zeigt das Gnadenbild eines Marienwallfahrtsortes, nämlich Marienbaum bei Xanten.

Die Anfänge der Marienbaumer Wallfahrt, der ältesten des Niederrheins, reichen in das 15. Jahrhundert zurück. Der Überlieferung nach soll um 1430 ein gelähmter Schafhirte im Traum einen hohen Eichenbaum gesehen haben, dessen Stamm treppenförmig geformt war und in dessen Astwerk eine kleine Muttergottesstatue stand.

MaribagnEine Stimme befahl ihm, er möge diesen Baum aufsuchen und das Bild vertrauensvoll verehren. Der Schäfer folgte diesem Traumbild und machte sich auf die Suche. Er entdeckte den Baum, betete vor dem Bild und wurde von seiner Krankheit geheilt. (Eine vergleichbare Legende wird im übrigen auch in manchen anderen Marienwallfahrtsorten erzählt.)

Das wunderbare Ereignis hatte sich bald herumgesprochen, und es dauerte nicht lange, bis Kranke und Gebrechliche aus der Umgebung zu diesem Baum pilgerten und Hilfe und Genesung fanden.

Mit der Unterstützung des Herzogs Adolf I. von Kleve wurde 1438 der Bau einer Kapelle begonnen, die drei Jahre später geweiht wurde.

Die Witwe des Herzogs - Maria von Burgund gründete später bei der Kapelle ein Doppelkloster nach der Ordensregel der hl. Birgitta von Schweden. 1460 zogen in das Kloster sieben Schwestern und zwei Priester ein. Im Jahre 1477 waren es nach einer Verschärfung der Ordensregel schon 60 Nonnen und 25 Ordensgeistliche.

MaribakiDie der Gnadenkapelle vorgesetzte Kirche war insbesondere durch Kriegswirren baufällig geworden und wurde in den Jahren 1712 bis 1714 neu gebaut. Dieser Neubau mit der ursprünglichen Gnadenkapelle als Chorraum ist die heutige Pfarrkirche von Marienbaum.

Im Zuge der Säkularisierung unter Napoleon wurde das Kloster aufgelöst und die Ordensleute mußten es 1802 verlassen. 

Auf Wunsch der Gemeinde Marienbaum wurde die ehemalige Klosterkirche zur Pfarrkirche.

Das Gnadenbild ist vom gleichen Typ wie unsere „Vredener Madonna“ vorn rechts in der Kirche.

Maria ist mit Krone und Zepter als Himmelskönigin dargestellt. Sie hält ihren Sohn auf dem Arm. Christus trägt die Züge eines Erwachsenen und eine Krone auf dem Haupt, was ihn als göttliches Kind ausweist.