kirchenfenster
fatima
hilfe
lourdes
kevelaer
telgte
marienbaum
sterkrade
verkündigung
albertus magnus
anna + joachim
caecilia

MaribaumWer an einem sonnigen Herbsttag unsere Kirche am Nachmittag betritt ist überwältigt von der strahlenden, farbigen Helligkeit der Fenster. Sie sind ein besonderes „Glanzlicht“ von St. Marien.

Bunte Glasfenster gibt es in Kirchen erst seit der Zeit der Romanik, wobei zu dieser Zeit die Fenster häufig mit Achatscheiben geschlossen wurden, die ein weiches Licht durchließen.

Die ersten bemalten und gestalteten Fenster kamen in der christlichen Kunst gegen Ende des 10. Jahrhunderts auf. Erst nach und nach setzen sie sich durch, bis in der Zeit der Gotik diese Kunst ihren Höhepunkt erlebte. Denken Sie nur an die berühmten gotischen Kathedralen wie z.B. den Kölner Dom. Gegen die Pracht dieser leuchtenden Kunstwerke verblassen die Statuen und Altäre im Inneren. Traditionell finden sich in den Glaswänden der gotischen Kathedralen die Farben Blau - als Himmelsfarbe - sowie Rot und Gold - als Sonnenfarben. Pfarrer Nienhaus, der Erbauer der Kirche beschreibt sie so: “Vom Blau des Glaubens spielen ihre Farben über das Grün der Hoffnung und das Rot der Liebe bis zum Gold der Vollendung”.

Diese Symbolik der Fenster und ihrer Farben verweist auf Gottes Reich und auf das kommende, himmlische Jerusalem. Das Licht, das die Fenster erst zum Leuchten bringt, erinnert an Christus. So wie die Sonne durch die Glasfenster in die Kirche scheint, so möchte auch Gottes Heiliger Geist jeden Christen erfüllen.

Die folgende kurze Geschichte gibt eine sehr schöne Deutung vom Sinn der Kirchenfenster:

„Ein kleiner Junge kommt beim Einkauf mit seiner Mutter an einer Kirche vorbei. Der Junge sieht auf die Fenster der Kirche und ist verblüfft. Fragend wendet er sich an seine Mutter: „Warum sind die Fenster der Kirche so dunkel?“ Die Mutter nimmt den Jungen und geht mit ihm in die Kirche. In der Kirche werden die Fenster plötzlich strahlend bunt und leuchten in den schönsten Farben. Der Blick des kleinen Jungen wandert über die Fenster und bleibt an einem hängen, durch das gerade die Strahlen der Sonne scheinen. Eine Gestalt ist zu erkennen, und auf die Frage, wer das sei, antwortet die Mutter: „Das sind Bilder von Heiligen.“ Einige Zeit später im Religionsunterricht, in dem auch unser kleiner Junge ist, fragte der Lehrer die Kinder: „Was ist ein Heiliger?“ Und wie aus der Pistole geschossen kommt die Antwort: „Ich weiß es. Ein Heiliger, das ist ein Mensch, durch den die Sonne scheint!“

In den Darstellungen unserer (noch erhaltenen) Kirchenfenster entdeckt man die Gnadenbilder sehr verschiedener Wallfahrtsorte, aber auch Szenen aus dem Leben Marias.

Die ursprünglichen Fenster aus der Werkstatt der Emmericher Glasmacherei Wilhelm Reymer fielen dem Krieg zum Opfer.

Am 23. März 1945, beim 1. Angriff um 9.15 Uhr vormittags fielen unzählige Bomben. Durch den gewaltigen Luftdruck wurde das Dach der Kirche vollständig abgedeckt und sämtliche Kirchenfenster vernichtet. Leider wissen wir bisher wenig über den Künstler der Fenster und ebenso wenig über das Bildprogramm vor und nach dem Kriege.

Die Darstellungen der Gnadenbilder in den sechs großen Fenstern gab es schon vor dem Krieg.

Es steht zu vermuten, daß die gleiche Werkstatt, die die Fenster ursprünglich lieferte, nun auch für Ersatz sorgte. Inzwischen ist die Vermutung auch bestätigt worden und aus der Werkstatt Reymer-van Bebber wurden fünf weitere Fenster geliefert und in St. Marien eingebaut.