taufbrunnen

„Ich taufe Dich im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen!“ Diese Worte genügen, zumindest bei einer Nottaufe.

Normalerweise ist die Taufe aber feierlicher und eine Feier der ganzen Gemeinde. In der frühen Kirche taufte man Kinder und Erwachsene durch Untertauchen, dort, wo ein geeignetes Gewässer (Brunnen oder Fluß) vorhanden war.

Man orientierte sich dabei an der Taufe des Johannes im Jordan. Die für diese Art der Taufe erforderliche Entkleidung des Täuflings führte zu eigenen Taufräumen in frühen Kirchen. Daraus entwickelte sich ein sogenanntes „Baptisterium“ als Ort der Taufe, ein Taufbad. Dazu wurde in den Boden eine kreuzförmige Vertiefung eingelassen. Von einem Umkleideraum aus stiegen die Täuflinge nackt ins Wasser, wo der Priester sie taufte. Auf der anderen Seite stiegen sie wieder heraus und betraten dort den Gemeinderaum. Kurz vorher wurden sie mit dem weißen Taufkleid bekleidet. In der Kirche empfingen sie die Firmung und feierten erstmals die Eucharistie mit.

Durch die später praktizierte Kindertaufe verschwanden die Taufbäder im Laufe des Mittelalters und wurden durch Taufbrunnen oder -becken ersetzt, die allenfalls Raum zum Eintauchen eines Kleinkindes boten.

Die in der Folge des 2. Vatikanischen Konzils neu gestaltete Taufordnung sagt, daß der Taufbrunnen so aufgestellt sein soll, daß er immer im Blickfeld ist und uns ständig an unsere eigene Taufe erinnert.

Dort heißt es auch: „Die Taufe durch Untertauchen ist besser geeignet, die Teilnahme am Tod und an der Auferstehung Christi auszudrücken“.

Der Neugetaufte ist nach Paulus für die Sünde tot und wird als neuer Mensch leben.

Unser Taufbrunnen stammt aus der Zeit der Errichtung der Kirche. Auch der Ort ist gleich geblieben, nur die Gestaltung der Taufkapelle wurde geändert. Damals stand der Brunnen - um eine Stufe erhöht - in einer Nische, deren Wände durch Spitzbögen durchbrochen waren.

Bei der Umgestaltung der Kirche im Jahre 1965 entstand daraus eine größere Taufkapelle; schlanke runde Säulen ermöglichen gute Sicht von allen Seiten.

In Anlehnung an die Gestaltung der frühen Taufbäder hat man den Taufbrunnen eine Stufe nach unten versetzt, so daß man nun zur Taufe (wie Jesus zu Johannes im Jordan) herunterschreitet. An die Taufe Jesu erinnert auch die Taube, (das Symbol des Hl. Geistes), die über dem Taufbrunnen angebracht ist.

„Hier ist die Quelle es Lebens“ - liest man in einer Inschrift in der Taufkapelle (Baptisterium) der römischen Lateransbasilika: „den ganzen Erdkreis umspült sie. Aus der Wunde des Herrn nahm sie ihren gesegneten Lauf.“