apostelleuchter

Wenn es in der Kirche richtig etwas zu feiern gibt, dann brennen die 12 Apostelkerzen. Entzündet werden sie daher nur an den Hochfesten, den bedeutenden Tagen des Kirchenjahres.

Zu den Aposteln im strengen Sinne zählen nur die 12 Jünger Jesu. Jesus wollte, daß die zwölf Jünger symbolisch für die 12 Stämme Israels stehen, zu denen er gesandt war. Das griechische Wort „Apostel“ kann man mit „Gesandter“ übersetzen. Daher sah sich auch Paulus als Apostel (der Heiden), obwohl er nicht von Jesus in den Kreis der Zwölf berufen wurde.

Im Galaterbrief bezeichnet Paulus die Apostel Jakobus, Petrus und Johannes als „Säulen der christlichen Gemeinde“ . Daher baute man viele Kirchen so, daß sie von buchstäblich zwölf Säulen getragen werden.

Das ist auch in St. Marien erkennbar, ob der Architekt das aber bewußt so geplant hat, wissen wir nicht.

Diese Symbolik macht klar, daß Kirche sich auf dem Fundament der Verkündigung der Zeitzeugen Jesu und damit der Garanten für die Wahrheit der frohen Botschaft aufbaut. Ohne dieses Fundament wären wir nichts. Das drücken auch die Texte der Offenbarung des Johannes aus, die im mittelalterlichen Kirchenbau eine große Rolle spielten. Da heißt es: „Die Mauer des himmlichen Jerusalem hat zwölf Grundsteine, auf ihnen stehen die Namen der zwölf Apostel des Lammes (Jesus Christus)“.

In jeder (Pfarr-)kirche finden sich daher bis heute zwölf Apostelleuchter und zwölf Kreuze an den Wänden, die auf dieses Fundament hinweisen.

Bei der Kirchweihe wird der Kirchenraum durch den Bischof (als Nachfolger der Apostel - hier der Berliner Kardinal Sterzinski bei der Weihe einer Kirche) an zwölf Stellen gesalbt. Bei uns sind diese Stellen mit einem Kreuz aus schwarzen Steinen und dem Apostelleuchter (angelehnt an den Stil der Kirche) markiert.

Die Apostelleuchter erinnern daran, daß wir das Licht des Glaubens von Christus über die Apostel empfangen haben und berufen sind, dieses Licht auch in die Welt hinaus zu tragen.

In Kirchen, die einem bestimmten Apostel geweiht sind, ist der Leuchter dieses Apostels oft besonders gestaltet, wie z.B. in unserer Nachbargemeinde St. Jakobus. Manchmal werden an Leuchtern auch die Namen der Apostel aufgezählt oder diese bildlich dargestellt.

Wissen Sie die Namen noch auswendig? Es sind Petrus, Andreas, Jakobus der Ältere, Johannes, Thomas, Jakobus der Jüngere, Philippus, Bartholomäus, Matthäus, Simon, Judas Thaddäus und Matthias.

Der letztere wurde übrigens nach dem Verrat und anschließenden Selbstmord des Judas in das Apostelkollegium gewählt, was man in der Apostelgeschichte der Bibel nachlesen kann.