marienbild - bild der "immaculata"

ChormadoWenn man den Gottesdienstraum von St. Marien betritt, ist nicht zu übersehen, daß es sich um eine Marienkirche handelt. Nicht nur die meisten Kirchenfenster zeigen Marienbilder, sondern im Chorraum hängt ein großes, wohl ca. drei Tonnen schweres Marienrelief aus Sandstein, das jedem Kirchenbesucher auffällt und darauf hinweist. Die Mutter Gottes wird mit einem großen Mantel dargestellt, unter dem zwei Menschen Schutz finden. Es werden sich sicherlich einige an das Lied aus dem Gotteslob: „Maria breit den Mantel aus, mach Schirm und Schild für uns daraus ...“Mariinne (GL 595) erinnern.

Die beiden Personen die zu den Füßen Mariens knieen, sind die Hl. Barbara und der Hl. Albertus Magnus. Die Heilige Barbara ist die Schutzpatronin der Bergleute (zum Zeitpunkt der Errichtung der Kirche immerhin 90 % der Gemeinde) und wird mit dem Förderturm dargestellt.

Albertus Magnus - bekannt für seine Marienfrömmigkeit - hält Buch und Feder in der Hand, als Zeichen dafür, daß er ein großer Kirchenlehrer war. Im Hintergrund ist unser Kirchturm zu sehen. Albertus Magnus ist auch der zweite Patron unserer Kirche.

Beide stehen stellvertretend für die Menschen unserer Stadt und der Gemeinde unter dem Schutz der Mutter Gottes.

Kirchturm und Förderturm stehen zeichenhaft auch für die enge Verbindung von Zeche und Gemeinde. Wir können in die Bitte des Liedes einstimmen: „... laß uns darunter sicher stehen, bis alle Stürm vorüber gehn.“

Wie auf dem obigen Foto, das kurz nach der Erbauung der Marienkirche aufgenommen wurde, erkennbar ist, war die Wand hinter dem Marienrelief ursprünglich noch farbig (?) gestaltet. (Durch den damals sehr bekannten Kirchenmaler Bernd Terhorst, der auch die ganze Ausmalung der Kirche leitete. Der (später von Papst Paul VI. geehrte) Maler aus Hüthum bei Emmerich verwande dazu die Freskomalerei, er malte also auf nassem Verputz. Spätestens nach der Innenrenovierung 1967 verschwand diese Gestaltung, wie auch der Kranz aus Sternen über dem Haupt der Madonna. Das Relief selbst, wie auch die (heute verschwundenen) Bilder des Hl. Josef und der Hl. Theresia der Nebenaltäre wurden vom Münsteraner Bildhauer Peter Mazzotti gestaltet.

Chormad2Vielleicht haben Sie sich schon einmal gewundert, warum das Bild der Schutzmantelmadonna im Chorraum unserer Kirche etwas „abgehoben“ aussieht und irgendwie auch zu hoch hängt. Das ist weder ein Zufall noch ein Fehler des Architekten, sondern ebenfalls eine Folge der Umgestaltung des Chorraums durch die Renovierung im Jahre 1967.

Hauptgründe: Man wollte Fenster anbringen, die Kirche heller machen und vor allem die Akustik verbessern. Dabei wurde auch der erste (Hoch-) Altar der Kirche abgetragen, der von 1931 bis 1967 an der hinteren Wand des Chores, direkt unter dem Bild der Maria stand. Der Chorraum war damals im hinteren Teil wesentlich höher. Das Bild der Schutzmantelmadonna war so direkt in die Gestaltung des Altarbereichs einbezogen. Sicherlich kennen Sie aus Kirchenbesichtigungen die kostbaren alten Hochaltäre mit Szenen aus dem Leben Christi, der Heiligen oder Patriarchen.

Vor dieser bildgewordenen Heilsgeschichte zelebrierte der Priester, den Rücken der Gemeinde und das Gesicht der Darstellung des erlösenden Handelns Gottes zugewandt, die Heilige Messe. Diesen Grundgedanken hatte man in St. Marien mit dem Sandsteinbild der Madonna aufgegriffen.

Das zweite vatikanische Konzil hat schließlich im Gottesdienst wieder stärker die Dimension des gemeinsamen Feierns aller Christen betont, so daß nach dem Konzil alle Kirchen umgestaltet wurden, damit die neuen Altäre - so wie in der Urkirche - wieder näher an die Gemeinde heranrücken konnten.